Wirtschaft

Kaufkraft stärken!
Es ist üblich geworden, Arbeitnehmer nur noch befristet zu beschäftigen. Seit einigen Jahren sogar für einen Lohn, zu dem man sich kaum selbst über Wasser halten kann. In solchen Zeiten sind Nachrichten Balsam, in denen Unternehmen einen Produktionsstandort suchen, an dem die Mitarbeiter mitbestimmen dürfen und auch einen realistischen Lohn bekommen. Leider nur in China.

Fairphone
Noch in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts war es üblich, dass man ein lebenslanges Arbeitsverhältnis hatte. Unterbrochen konnte das fast nur durch Umzug werden. Ein großes Unternehmen, viele Mitarbeiter, unterschiedlichste Branchen – da waren die Hoffnungen groß!

Als ich in den 80er Jahren dann auf Arbeitssuche ging, war das schon nicht mehr so einfach. Die geburtenstarken Jahrgänge von 1960- bis 1965-Geborenen kämpften überall um die besten Arbeitsplätze. Es gingen noch immer viele Menschen in diese großen Firmen, aber zunehmend eben auch in kleine Firmen, die sich selbst gerade gründeten und die weder die sichersten noch die best bezahlten Arbeitsplätze boten.

Unterstützt wurden neumodische Trends von den gleichaltrigen, die von ihren Eltern in „das Land der Erretter“ (die USA) gezogen waren und von dort voller Enthusiasmus wieder zurück kamen. Diese Kinder trugen in die leicht verstaubten Firmen den frischen Wind von Werbung und PR. Es gab einen Boom in der Branche, jeder wollte gut und sehr beworben werden, aber nicht jede Firma konnte oder wollte sich den Luxus leisten. In den 1990er Jahren kamen zwei Dinge zusammen: im Westen ging es wirtschaftlich leicht bergab, im Osten drohte der vollständige Kollaps. Beides zusammen führte dazu, dass die Wirtschaften dem Verfall preisgegeben wurden und jeder nur nach nach „Effizienz“ rief. Und nach Privatisierung. Und genau das war dann auch der Fehler. Inzwischen ist die Wirtschaft in Deutschland komplett am Boden: die meiste Arbeit wird von gar nicht oder unterbezahlten und hoffnungslos überqualifizierten Studenten/Arbeitnehmern verrichtet.

Studenten beginnen als ewige Praktikanten ihre Laufbahn, arbeiten viel für fast kein Geld, reisen quer durch Deutschland, wechseln die Wohnorte je nach Bedarf – immer auf der Suche nach der endgültig sesshaft machenden Stelle. Einige Wenige schaffen es dann auch in die normal bezahlte Arbeitnehmertätigkeit, verdienen aber lange nicht so viel, wie ihnen als studierte Kräfte immer vorgegaukelt wurde.

Bei den unstudierten Arbeitnehmern mit Ausbildung sieht es kein Stück besser aus. Mit Mühe und Not erheischt man einen Ausbildungsplatz, wird am Ende der Ausbildung doch gefeuert und landet dann schon in der ersten Stufe der ALG-Empfänger. Der weitere Weg ist auch hier mehrheitlich von endlos aneinanderreihenden Minijobs und fachfremdem Tätigkeiten. Haben sich zwei junge Menschen kennengelernt, ist es fast aussichtslos aus der Spirale der Geldlosigkeit eine Familie zu gründen. Wer es doch tut, meldet schnell die Privatinsolvenz an.Auf dem Land ist die Situation noch schlimmer, da hier gar keine Ausbildungsplätze geschweige denn Zukunftsaussichten für junge Leute bestehen. Die, die trotzdem auf dem Land bleiben, wechseln die Arbeit zwischen Kisten packen im Supermarkt ABC und Callcenter. Wahlweise mit Anstellung in einer Zeitarbeitsfirma, selten direkt.

Und wie sehen die Lösungen aus?

Eines der großen Themen der Piratenpartei ist das bedingungslose Grundeinkommen. „Bedingungslos“ heißt „für jeden“, ausnahmslos. Für Kinder, Erwachsene, Rentner, Arme, Reiche, Ausländer, Eu-Bürger und Deutsche. „Grundeinkommen“ heißt: alle erhalten einen bestimmten Betrag und werden niemals unter diese Grenze fallen. Eine Grundsicherung, die die Bürger frei werden lässt, denn sie können entscheiden, ob und wie viel sie mehr verdienen wollen.

Gleichzeitig muss natürlich der Handel mit Obdachlosen(unterkünften), „sozialem Wohnungsbau“ und anderen Einrichtungen gestoppt werden, die nur davon leben, dass sie direkt die Gelder der Armen abgreifen und davon leben.